Bischofsgrün, 19.05.2009
Erste Sprünge auf der Kleinen Ochsenkopfschanze
Bischofsgrün. Nach über einem Jahr Bauzeit war es nun endlich soweit. Der Skiclub Bischofsgrün 1909 e.V. hatte sich sein schönstes und wohl auch größtes Geschenk zum 100-jährigen Vereinsjubiläum gemacht und konnte dieses an den Nachwuchs übergeben.
Das Skisprungzentrum Ochsenkopf wurde nach der Fertigstellung der Großen Ochsenkopfschanze K65/HS71m, vor zwei Jahren, nun um die Schanzengröße K15m erweitert, welche für die Nachwuchsarbeit unverzichtbar ist. Die Arbeiten wurden durch Eigenleistungen in ca. 1.200 Arbeitsstunden durch ehrenamtliche Helfer und Förderer des Ski-Clubs in der Zeit von April 2008 bis Mitte Mai 2009 erbracht. Es waren ca. 20 Personen, mit unterschiedlicher Anzahl von Arbeitsstunden, bei der Ausführung der Arbeiten im Einsatz.
Die neue Anfängerschanze hat einen sogenannten Kritischen Punkt von 15 Metern, dies lässt Sprünge bis zu 20 Metern zu. Die Schanze verfügt über die neueste technische Ausstattung, aber auch altbewährtes wurde verwendet. So befindet sich im Anlauf der Anlage nicht etwa eine heutzutage übliche Keramikspur, sondern diese Spur wurde mit Matten belegt, diese ist auch mit Alpinausrüstung befahrbar. Ein Novum vielerorts, aber nicht unwichtig, wenn man die Anfänge des Skispringens betrachtet. Schließlich startet jeder Nachwuchsspringer zuerst mit dem alpinen Skilauf und entsprechender Ausrüstung. Dank des bei der Kleinen Ochsenkopfschanze verwendeten Mattenbelags ist es nun möglich mit oder ohne spezielle Skisprungausrüstung die ersten Sprünge zu wagen.
Der Vorsitzende des Ski-Club Bischofsgrün 1909 e.V., Johann Häfner bedankte sich ebenso wie Bischofsgrüns erster Bürgermeister Stephan Unglaub bei den zahlreichen Helfern für die zahlreichen geleisteten ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Unter der bewährten Führung des Tiefbauingeneurs Fritz Baumgärtel wurde hier eine vorbildliche Schanzenanlage errichtet, die zusammen mit der großen Anlage die Ochsenkopf-Schanzenarena bildet.
„Mit unserer K 15 konnte ein weiterer nicht unwesentlicher Baustein in unserem Regionalkonzept Region der Jugend und hier insbesondere im Konzeptteil der aufsteigenden Schanzengrößen, in das Mosaik eingefügt werden. Ein ebenso gutes Gelingen erhoffe ich mir bei der Umsetzung der noch fehlenden 30m-Anlage in diesem Areal “, so Bürgermeister Stephan Unglaub.
Bei den zahlreichen Firmen, Sportfunktionären, Politikern und Sponsoren bedankten sich beide für die hilfreiche Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts.
Die Finanzierung des Projektes wurde mit Eigenmitteln in Höhe von 30.000 Euro sichergestellt, der Rest wurde über die BLSV Förderung, den Landkreis Bayreuth und auch der Gemeinde getragen. Die großzügiste finanzielle Einzelspende kam hierzu von der Bundespolizei. Die Kameradschaft der GSG 9 legte mit einem Betrag von 5.000 € sozusagen den Grundstein für die neue Schülerschanze. So war es dann für den eigens aus Bonn angereisten Kameradschaftsvorsitzenden Thomas Lay sichtlich eine Freude die sinnvolle Verwendung der Spende zu sehen und an der Einweihung mit teilzuhaben.
Noch bevor er die kirchlichen Weihe vornahm, konnte der Bischofsgrüner Ehrenbürger und Pfarrer i.R. Johannes Uhlmann einiges aus seinen eigenen Erfahrungen zum Skisprung berichten. Er unterstrich hierbei vor allem die wichtige Bedeutung des Sports für die Kinder und freute sich, dass mit dieser neuen Skisprunganlage ein weiterer Meilenstein für erfolgreiche Nachwuchsarbeit geschaffen wurde.
Anschließend an die Weihe durch Uhlmann durften dann die ersten heimischen Kinder über die Schanze gehen, teils mit alpiner und teils schon mit Skisprungausrüstung. Den ersten Sprung, den Weihesprung durfte Lukas Bleier absolvieren. Ein kleiner Kerl mit einem bekannten Namen, schließlich gehörte sein Großvater Helmut Bleier schon in den 50er Jahren zu den besten deutschen Skispringern.
Dass auch aus Bischofsgrün künftig wieder Sportler bis in die Nationalkader vorstoßen können, das glaubt auch der im Deutschen Skiverband verantwortliche für Skisprung und Nordische Kombination, der sportliche Leiter Horst Hüttel. Den Nachwuchssportlern wünschte er viel Freude beim Springen und entsprechenden Ehrgeiz um dorthin zu kommen wo sich der beste regionale Nachwuchs-Kombinierer, der Bischofsgrüner Michael Baumgärtel seit Anfang Mai diesen Jahres erfreulicherweise befindet, nämlich in den Nachwuchskader (D/C Kader) des deutschen Skiverbandes. Im Namen des Deutschen Skiverbandes bedankte er sich für das Engagement des Ski-Club Bischofsgrün und der Gemeinde Bischofsgrün.
BSV-Vizepräsident Rolf Feuchtenberger überbrachte die Grüße des Bayerischen Skiverbandes und gab auch bereits den Namen des neuen Stützpunktrainers für den BSV-Stützpunkt Fichtelgebirge bekannt. Mit dem Vogtländer Marcel Höhlig konnte ein Nachwuchstrainer verpflichtet werden, dessen eigene Karriere sehr erfolgreich war und auch noch nicht allzu lange her ist. Marcel Höhlig war Mitglied der Nationalmannschaft der Nordischen Kombination. 2002 startete er bei zwei Wettkämpfen der Olympischen Winterspiele 2002 von Salt Lake City in Soldier Hollow. Er gewann mit der Staffel an der Seite von Ronny Ackermann, Georg Hettich und Björn Kircheisen die Silbermedaille. Der 30-jährige trat im Dezember 2007 vom Leistungssport zurück,da er nicht mehr zum A-Kader der deutschen Kombinierer zählte. Er wird seine Tätigkeit in der Region Anfang Juni beginnen.
Der Skisprung-Nachwuchs findet also ab sofort wieder optimale Bedingungen in Bischofsgrün vor. Nähere Infos erhalten Interessierte unter : info(at)skiclub-bischofsgruen.de
Text + Fotos: SCB, Event- und Medien-Team