Stimmen so groß und schön wie Russland
Im Rahmen einer großen Jubiläums-Tournee gastierte der berühmte Schwarzmeer Kosaken- Chor unter der musikalischen Leitung und auch persönlichen Mitwirkung des früheren Schlagerstars Peter Orloff - der 2008/2009 sein 50-jähriges Konzertjubiläum begeht – am 13. Januar 2009 im Bischofsgrüner Kurhaus. Die Sänger gaben Kostbarkeiten aus dem reichen Schatz der russischen Musikliteratur, wie „Das einsame Glöckchen“ oder „Die zwölf Räuber“ zum Besten. Aber auch internationale Welterfolge, wie der berühmte „Gefangenenchor“ aus Guiseppe Verdis Oper Nabucco oder Kalinka gehörten zum Repertoire.
Das neunköpfige Ensemble konnte die gut 170 Zuhörer im Bischofsgrüner Kurhaussaal vom ersten Stück an begeistern und wurde dafür mit sehr viel Applaus bedacht. Das Abschluss- Lied „Guten Abend, gute Nacht“ sang der Kosaken-Chor zusammen mit dem Bischofsgrüner Männergesangverein.
„Ein Chor, der singend betet und betend singt“ – dieser Ausspruch stammt von dem Theologen Nikolai Orloff (1900-1990), welcher den Schwarzmeer Kosaken-Chor über einen Zeitraum von nahezu 30 Jahren leitete. Sein Sohn Peter Orloff wird 1958 mit 14 Jahren der jüngste Sänger aller Kosaken-Chöre der Welt. Er gehört dem Schwarzmeer Kosaken-Chor von 1958 bis 1967 an, ehe ihn seine glanzvolle Karriere als Schlagerstar 25 Jahre später wieder dorthin führt, wo alles begann. Im Jahr 1993 folgt er der ehrenvollen Berufung, selbst die musikalische Gesamtleitung des
egendären Ensembles in neuer Formation zu übernehmen. An die 5000 Konzerte, zunächst in zwei, später sogar in drei Formationen, gab der Schwarzmeer Kosaken-Chor seit November 1993 unter der Leitung von Peter Orloff, viele davon unter seiner persönlichen Mitwirkung. Atemberaubende Tenöre wie Iskander Turiare, gewaltige Baritone wie Peter Orloff selbst und nachtschwarze Bässe wie Stefan Arininsky, der für viele als bester Bass aller Kosaken-Chöre gilt, zählen zu diesem Ensemble. Viele von ihnen sind Künstler an Opernbühnen in ganz Europa und für alle ist es die größte Ehre und schönste Aufgabe, Mitglied in diesem Chor zu sein.
Der erste Teil der aktuellen Konzert-Tour enthält traditionelle Werke der russisch-orthodoxen Liturgie, denn der Schwarzmeer Kosaken-Chor ist „ein Chor, der Gott zur Ehre singend betet und betend singt“. – Dieses Zitat seines Vaters ist für Peter Orloff Vermächtnis und Verpflichtung zugleich.
Im zweiten Teil des Konzerts ist eine musikalische Reise durch das alte Russland mit Romanzen, Geschichten und Balladen von überwältigender Ausdruckskraft, tiefer Melancholie und überschäumendem Temperament zu bewundern. Beeindruckende Pressestimmen von den 50er Jahren bis heute dokumentieren die Ausnahmestellung, die Peter Orloff selber als Solist des Schwarzmeer Kosaken-Chores damals wie heute innehat. Zahlreiche begeisternde Fernsehauftritte unterstreichen den Ruf des Schwarzmeer Kosaken- Chores als herausragendes Kosakenensemble unserer Zeit, wie zum Beispiel in den Sendungen „Melodien für Millionen“, „ARD Schlagerparade der Volksmusik“ oder „Ein
Platz an der Sonne“ mit Liedern wie „Abendglocken“, „Schwarze Augen“, „Kalinka“ oder
dem „Wolgalied“. Aus dem Schlagerstar ist die Führungspersönlichkeit des inzwischen wohl berühmtesten Ensembles seiner Art geworden – seine Kollegen nennen Peter Orloff den Ataman
(traditionell für „Kosakenführer“). Die große Vergangenheit, zu der er selbst beigetragen hat, ist indes für ihn nur eine historische Fußnote im Vergleich zu seinem Anspruch, dass der Schwarzmeer Kosaken-Chor unserer Tage das führende Ensemble seiner Art ist. – Keine Revival-Truppe, sondern die „Königsklasse“ seines Genres!
Fotos: R.Schilpp